Bakterielle Vaginose

Als bakterielle Vaginose – von Medizinern auch Gardnerellen-Infektion, Haemophilus-vaginalis-Infektion oder Aminkolpitis genannt – wird ein krankhaftes Ungleichgewicht der Scheidenflora bezeichnet, das durch eine verstärkte Besiedelung der Scheide mit der Bakterienart Gardnerella vaginalis und anderen Keimen verursacht wird. Eine bakterielle Vaginose äußert sich typischerweise durch einen verstärkten Scheidenfluss, der einen unangenehmen, fischigen Geruch hat. Behandelt wird eine bakterielle Vaginose meist mit Antibiotika und/oder Milchsäurepräparate.

Definition: Was ist eine bakterielle Vaginose?

Die bakterielle Vaginose ist ein krankhaftes Ungleichgewicht der Scheidenflora (Vaginalflora), das durch eine verstärkte Besiedelung der Scheide (Vagina) mit Bakterien, die dort normalerweise nicht vorkommen, verursacht wird. Das mikrobiologische Gleichgewicht der Scheidenflora verschiebt sich dabei zu Ungunsten der Milchsäurebakterien (Laktobazillen), die in der Scheide gewöhnlich für einen sauren pH-Wert sorgen und diese so vor Infektionen mit krankheitsauslösenden Keimen schützen.

Bei den Bakterien, die die Scheidenflora bei einer bakteriellen Vaginose verstärkt besiedeln, handelt es sich in den meisten Fällen um die Bakterienart Gardnerella vaginalis. Eine bakterielle Vaginose wird deshalb von Medizinern auch als Gardnerellen-Infektion – oder auch Haemophilus-vaginalis-Infektion oder Aminkolpitis – bezeichnet. Neben der Bakterienart Gardnerella vaginals können aber auch andere Keime eine bakterielle Vaginose hervorrufen. Hierzu gehören beispielsweise Chlamydien, Mykoplasmen und Bacteroides-Bakterien.

Wie entsteht eine bakterielle Vaginose?

Die gesunde, normale Scheidenflora einer geschlechtsreifen Frau besteht überwiegend aus verschiedenen Arten von Milchsäurebakterien (Laktobazillen), auch Döderlein-Bakterien genannt (nach dem deutschen Frauenarzt Albert Döderlein benannt). Diese sorgen in der Scheide normalerweise für ein saures Milieu mit einem pH-Wert von 3,8 bis 4,4 und unterdrücken so die Vermehrung krankheitsauslösender Keime.

Bei einer bakteriellen Vaginose werden die Milchsäurebakterien, die für eine günstige, saure Scheidenflora sorgen, jedoch von krankheitserregenden (pathogenen) Keimen wie der Bakterienart Gardnerella vaginalis verdrängt. Es kommt zu einer übermäßigen Besiedelung der Scheide mit den pathogenen Bakterien, während die Zahl der milchsäureproduzierenden Laktobazillen abnimmt. Der pH-Wert der Scheidenflora steigt daraufhin auf ca. 5 an, da der gesunde Säuregehalt der Scheide abnimmt und das Scheidenmilieu ins Ungleichgewicht gerät. Es liegt dann das Krankheitsbild „bakterielle Vaginose“ vor.

 
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Wie äußert sich eine bakterielle Vaginose?

Eine bakterielle Vaginose führt zu einer Entzündung im Scheidenbereich, die sich typischerweise durch einen verstärkten dünnflüssigen und gräulich-weißen Scheidenausfluss äußert. Dieser Ausfluss hat meist einen unangenehmen, fischigen Geruch. Allerdings kann der unangenehme Fischgeruch in einigen Fällen auch ohne Scheidenausfluss auftreten. Symptome wie Juckreiz, Brennen, Rötungen und ein Trockenheitsgefühl im Genitalbereich sind eher untypisch für eine bakterielle Vaginose, können aber in seltenen Fällen auch auftreten.

Liegt eine bakterielle Vaginose vor, muss diese aber nicht zwangsläufig Beschwerden verursachen. So verläuft eine bakterielle Vaginose in etwa 40 bis 50 Prozent der Fälle asymptomatisch, d.h. die betroffenen Frauen sind beschwerdefrei.

Häufigkeit einer bakteriellen Vaginose

Die bakterielle Vaginose stellt die häufigste mikrobiologische Störung des Scheidenmilieus bei geschlechtsreifen Frauen dar. So kann die bakterielle Vaginose in Europa bei 5 Prozent der Frauen, die zur Vorsorgeuntersuchung kommen, und bei 30 Prozent der Frauen, die in einer Klinik für sexuell übertragbare Erkrankungen behandelt werden, nachgewiesen werden. Von den schwangeren Frauen sind in Europa etwa 7 bis 22 Prozent von einer bakteriellen Vaginose betroffen.

Insgesamt leiden rund 20 Prozent aller Frauen mindestens einmal im Leben an einer bakteriellen Scheideninfektion, meist einer bakteriellen Vaginose. Die Bakterielle Vaginose gehört damit zu den häufigsten Vaginalerkrankungen bei Frauen im geschlechtsreifen Alter.