Bakterielle Vaginose - Diagnose

Bakterielle Vaginose: Diagnose

Diagnose einer bakteriellen Vaginose

Per Definition gilt die Diagnose „bakterielle Vaginose“ als gesichert, wenn mindestens drei der folgenden vier Befunde im Rahmen einer gynäkologischen Untersuchung erhoben werden können:

  • Es tritt ein vermehrter dünnflüssiger bis schaumiger und grau-weißlicher bis gelber homogener Scheidenausfluss (Fluor vaginalis) auf.
  • Der pH-Wert der Scheidenflora (Vaginalflora) ist größer als 4,5.
  • Der Scheidenausfluss riecht fischartig (Amingeruch).
  • Im Nativpräparat (Abstrich der Scheide) können unter dem Mikroskop bei mindestens 20 Prozent der Scheidenzellen sogenannte Schlüsselzellen (clue cells) nachgewiesen werden.

Zur Erhebung dieser Befunde entnimmt der behandelnde Gynäkologe im Rahmen der gynäkologischen Untersuchung einen Abstrich aus der Scheide der betroffenen Frau und führt anschließend eine Reihe von Tests und Untersuchungen durch. Hierzu gehören die pH-Untersuchung, der sogenannte Amintest, die zytologische Untersuchung unter dem Mikroskop zur Beurteilung der Scheidenzellen und das Anlegen einer Bakterienkultur.

pH-Untersuchung zur Diagnose einer bakteriellen Vaginose

Liegt eine bakterielle Vaginose vor, steigt der pH-Wert der Scheidenflora, der im gesunden Zustand zwischen 3,8 und 4,4 liegt, auf einen Wert über 4,5 an. Das normalerweise saure Scheidenmilieu wird bei einer bakteriellen Vaginose also weniger sauer. Eine Messung des pH-Wertes ist daher zur Diagnose einer bakteriellen Vaginose sinnvoll. Diese lässt sich ganz unkompliziert mit einer Pinzette und einem pH-Indikatorstreifen durchführen. Darüber hinaus gibt es auch spezielle, in der Apotheke erhältliche Handschuhe, mit denen der pH-Wert ganz einfach zu Hause bestimmt werden kann.

 

ANZEIGE

chlamydien-schnelltestVagi-C Tabletten gegen bakterielle Vaginose günstig bei Medpex bestellen

Amintest zur Diagnose einer bakteriellen Vaginose

Mit dem sogenannten Amintest, auch „whiff-Test“ genannt, kann der fischartige Geruch (Amingeruch) des bei einer bakteriellen Vaginose vermehrt auftretenden Scheidenausflusses (Fluor vaginalis) besser beurteilt werden. Hierzu entnimmt der Arzt zunächst einen Abstrich aus der Scheide. Auf das Abstrichmaterial träufelt er anschließend ein bis zwei Tropfen von zehnprozentiger Kalilauge. Der typische Fischgeruch des Scheidenausflusses wird durch die Kalilauge verstärkt, so dass der Arzt besser Rückschlüsse auf das Vorliegen einer bakteriellen Vaginose ziehen kann.

Zytologische Untersuchung zur Diagnose einer bakteriellen Vaginose

Im Rahmen der zytologischen Untersuchung wird das Nativpräparat, bestehend aus Abstrichmaterial der Scheide, mikroskopisch untersucht. Können unter dem Mikroskop bei mindestens 20 Prozent der Scheidenzellen (vaginale Epithelzellen) sogenannte Schlüsselzellen (clue cells) nachgewiesen werden, so weist dies auf eine bakterielle Vaginose hin.

Bei den Schlüsselzellen handelt es sich um mit Bakterien wie beispielsweise Gardnerella vaginalis besetzte Zellen, die unter dem Mikroskop als kleine Körnchen erkennbar sind. Im Rahmen der mikroskopischen Untersuchung kann auch die Anzahl der Bakterien beurteilt werden und ob es sich bei der Besiedelung um eine Mischinfektion mit verschiedenen Bakterienarten handelt.

Durch die zytologische Untersuchung kann lediglich die Verdachtsdiagnose „bakterielle Vaginose? gestellt werden. Für eine eindeutige Diagnose sind weitere Untersuchungen notwendig. Hierzu gehört etwa das Anlegen einer Bakterienkultur.

Anlegen einer Bakterienkultur zur Diagnose einer bakteriellen Vaginose

Mithilfe einer Bakterienkultur kann der Erreger einer bakteriellen Vaginose eindeutig nachgewiesen und bestimmt werden. Sie wird in der Regel dann angelegt, wenn eine bakterielle Vaginose regelmäßig wieder auftritt (hartnäckige Rezidive) oder wenn überprüft werden soll, ob eventuell andere Mikroorganismen für die Beschwerden verantwortlich sind.

Differentialdiagnostik bei einer bakteriellen Vaginose

Im Rahmen der Differentialdiagnostik sollte sichergestellt werden, dass es sich tatsächlich um eine bakterielle Vaginose handelt und die Beschwerden nicht etwa die Folge anderer Erkrankungen sind, die ähnliche Symptome verursachen. So sollte die Diagnostik unter anderem die Abgrenzung zu einer Scheidenentzündung (Vaginitis) und einer Entzündung der Schleimhaut des Gebärmutterhalses (Zervizitis) umfassen. Darüber hinaus sollte eine Infektion mit anderen Mikroorganismen wie Trichomonaden oder Mykoplasmen ausgeschlossen werden.

Diese Website benutzen Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Akzeptieren