Welt-AIDS-Tag 2017: Positiv zusammen leben!

Übermorgen ist Welt-AIDS-Tag! Bereits seit 1988 hat dieser Thementag am 1. Dezember das Ziel, die Gesellschaft besser über diese Erkrankung aufzuklären und infizierte und nicht infizierte Menschen einander näher zu bringen. Organisiert wird er von der UNAIDS, der AIDS-Organisation der Vereinten Nationen.

Erfüllt und lange leben – trotz HIV!

Seit 1996 gibt es sehr wirksame Behandlungsmöglichkeiten gegen HIV. Verschiedene Medikamente verhindern die Vermehrung der HI-Viren im Körper. Bei einer früh diagnostizierten Infektion können die Therapien sogar verhindern, dass sie sich zu der lebensbedrohlichen Krankheit AIDS weiterentwickelt. Das bedeutet im Klartext: HIV-Infizierte können ein fast normales und auch langes Leben führen!

Daher lautet seit 2013 das Motto der Kampagne “Positiv zusammen leben”. Menschen mit und ohne HIV können problemlos und dauerhaft ein gemeinsames Leben führen. Und das möchten verschiedene Aktionen im Rahmen des Welt-AIDS-Tages demonstrieren. Vor und nach dem 1.12. finden bundesweit viele Veranstaltungen dazu statt: Info-Stände, Vorträge, gemeinsame Aktivitäten, Shows und Gesprächsrunden laden dazu ein, mit Betroffenen in Kontakt zu treten und – wer möchte – für die AIDS-Hilfe und Aufklärung zu spenden.

Welt-AIDS-Tag

Alles besser – aber noch nicht perfekt

Doch auch, wenn die Nachricht „HIV positiv“ mittlerweile kein Todesurteil mehr ist und Betroffene ein weitgehend normales und langes Leben führen können, ist die Infektion dennoch vorhanden. Verschiedene Komplikationen sind möglich, wie z.B. chronische Entzündungsreaktionen und ein erhöhtes Risiko auf Tumorerkrankungen. Die Medikamente, die die HIV-Weiterentwicklung unterdrücken, können auch die Nieren belasten.

Trotzdem – die Versorgungslage hat sich für HIV-Infizierte in den Jahren seit 1988 deutlich und grundlegend geändert. Davon kann aber nur profitieren, wer rechtzeitig eine Behandlung beginnt. Personen aus Risikogruppen, d. h. insbesondere Menschen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern und ungeschütztem Sex, sollten sich daher regelmäßig einem Test unterziehen. Nur dann ist eine medizinische Betreuung möglich und das Virus wird nicht unbedacht weiterverbreitet.

HIV-Neuansteckungen in Zahlen

Das Robert-Koch-Institut hat erst kürzlich Informationen zum Stand der Neuansteckungen und HIV-Infizierten in Deutschland veröffentlicht. Ausgewertet wurden die Zahlen des Jahres 2016. Daraus geht hervor, dass sich im vergangenen Jahr rund 3.100 Menschen neu mit dem HI-Virus angesteckt haben – fast gleich viele wie im Jahr 2015. 2.100 Betroffene sind Männer, die Sex mit Männern haben. Die Zahl der neu angesteckten homosexuellen Männern, die immer den größten Anteil haben, ging damit leicht zurück, dafür infizierten sich mehr Heterosexuelle neu.

Den erfreulichen Trend bei homosexuellen Betroffenen ist auf eine immer bessere Aufklärung zurückzuführen, so zum Beispiel einer steigenden Bereitschaft, einen HIV-Test durchzuführen. Auch helfen erfolgreiche Therapien dabei, die Chance zu reduzieren, dass das Virus weitergegeben wird.

Dass die Ansteckungsrate bei Heterosexuellen steigt, erklären Forscher dagegen unter anderem mit der höhere Migration in Europa seit 2010. Gerade in Osteuropa steigt die Zahl der Infizierten wegen mangelnder Aufklärung und Prävention deutlich.

In Deutschland leben zur Zeit knapp 90.000 Menschen mit HIV oder AIDS, rund 460 Menschen sind 2016 daran gestorben. Viele davon aufgrund einer zu spät begonnenen Therapie. Auch aus diesem Grund sind die jährlichen Aktionstage von so großer Bedeutung.

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von Debora Pape. 29.11.2017