Feigwarzen-Infektion, HPV-Infektion und Krebs

Feigwarzen, HPV-Infektion und Krebs

Bei Feigwarzen handelt es sich zwar grundsätzlich um gutartige Hautveränderungen, die keine größere Gefahr für die Betroffenen darstellen. Bestimmte Typen der ursächlichen HP-Viren werden jedoch sowohl bei Frauen als auch bei Männern mit der Entstehung von Präkarzinomen, also Vorstadien bösartiger Tumore, sowie Karzinomen im Genitalbereich in Verbindung gebracht.

So können die HPV-Typen 16 und 18 für etwa 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs – die weltweit zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen – verantwortlich gemacht werden. Und auch bei Männern mit Penis- oder Anuskrebs kann in etwa 20 bis 50 Prozent der Fälle eine Infektion mit bestimmten HPV-Typen nachgewiesen werden.

HPV-Typen

Hoch- und Niedrigrisiko-HPV-Typen

Es können inzwischen mehr als 100 HPV-Typen – nummeriert in der Reihenfolge ihrer Entdeckung – unterschieden werden, von denen etwa 30 Typen fast ausschließlich über den Haut- und Schleimhautkontakt im Genital- und Analbereich übertragen werden. Diese über Genitalkontakt übertragbaren HPV-Typen werden wiederum, je nachdem welches krebsauslösende Potenzial sie besitzen, in zwei Gruppen eingeteilt: die Niedirigrisiko-HPV-Typen (low risk-Typen) und die Hochrisiko-HPV-Typen (high risk-Typen).

Niedrigrisiko-HPV-Typen als Verursacher von Feigwarzen

Unter den Niedrigrisiko-HPV-Typen werden jene HP-Viren zusammengefasst, die zwar Feigwarzen und geringfügige Zellveränderungen am Gebärmutterhals auslösen können, aber bekanntlich nicht mit einem erhöhten Risiko für bösartige Veränderungen wie Gebärmutterhalskrebs, Peniskrebs oder Anuskrebs einhergehen. Insgesamt gibt es mit den HP-Viren 6, 11, 40, 42, 43, 44, 53, 54, 61, 70, 72, 73 und 81 etwa ein Dutzend Niedrigrisiko-HPV-Typen. Die Typen HPV 6 und 11, die für die Entstehung von rund 90 Prozent aller Feigwarzen verantwortlich gemacht werden können, stellen dabei die am häufigsten vorkommenden Niedrigrisiko-HPV-Typen dar.

Hochrisiko-HPV-Typen als Verursacher von Krebserkrankungen

Als Hochrisiko-HPV-Typen werden jene HP-Viren bezeichnet, die mit einem erhöhten Krebsrisiko einhergehen und deshalb offiziell als krebserregend eingestuft werden. Hierzu gehören insbesondere die HPV-Typen 16 und 18, die insgesamt etwa 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verursachen. Weitere gefährliche Hochrisiko-HPV-Typen sind die HP-Viren mit den Nummern 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59, 68, 73 und 82. Diese Hochrisiko-HPV-Typen werden dabei nicht nur mit der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs, sondern auch mit der Entstehung von Krebserkrankungen des Penis, des Anus, der Vulva und des Mundes in Verbindung gebracht.

HPV-Infektion und Gebärmutterhalskrebs

Bei fast allen Frauen, die an Gebärmutterhalskrebs erkranken, lässt sich eine Infektion mit Hochrisiko-HPV-Typen nachweisen. Die weltweite Zunahme von Gebärmutterhalskrebs – der inzwischen weltweit zweithäufigsten Krebserkrankung bei Frauen – korreliert dabei mit der Zunahme von HPV-Infektionen. Da die Übertragung der für Gebärmutterhalskrebs verantwortlichen Hochrisiko-HPV-Typen vorwiegend bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr erfolgt, wird Gebärmutterhalskrebs von der Weltgesundheits-Organisation (WHO) inzwischen sogar als sexuell übertragbare Erkrankung eingestuft.

HPV-Test als Vorsorge gegen Gebärmutterhalskrebs

Die potenziell Gebärmutterhalskrebs auslösenden Hochrisiko-HPV-Typen lassen sich im Rahmen einer gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung mit dem gleichzeitig mit dem sogenannten PAP-Test durchgeführten HPV-Test nachweisen. Dieser Test sucht speziell nach den Hochrisiko-Typen des HP-Virus, nicht aber nach den Niedrigrisiko-HPV-Typen. Deshalb ist es möglich, dass eine Frau zwar Feigwarzen hat, aber trotzdem einen normalen Abstrich mit einem negativen HPV-Test aufweist.

Der Nachweis einer Infektion mit Hochrisiko-HPV-Typen mittels HPV-Test im Rahmen einer gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung ermöglicht es, rechtzeitig Maßnahmen zur Bekämpfung der HPV-Infektion einzuleiten. Zudem können Präkarzinome, also Vorstadien bösartiger Tumore, am Gebärmutterhals, aus denen sich im weiteren Verlauf Gebärmutterhalskrebs entwickeln kann, so rechtzeitig entdeckt und behandelt werden.

Früherkennung und HPV-Impfung zur Vorbeugung von Krebs

Frauen, die sich bereits einmal mit HP-Viren infiziert haben und bei denen im Rahmen eines HPV-Tests Hochrisiko-HPV-Typen nachgewiesen wurden, sollten sich regelmäßig Früherkennungsuntersuchungen beim Frauenarzt unterziehen. Darüber hinaus ist es inzwischen auch möglich, einer HPV-Infektion und damit auch der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs mit einer sogenannten HPV-Impfung vorzubeugen. Diese Impfung sollte jedoch im Idealfall vor dem ersten sexuellen Kontakt erfolgen und wird daher primär Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren empfohlen.

Die HPV-Impfung schützt – je nach Impfstoff – vor einer Ansteckung mit den Hochrisiko-HPV-Typen 16 und 18, die für Gebärmutterhalskrebs verantwortlich gemacht werden, sowie vor einer Ansteckung mit den Feigwarzen verursachenden Niedrigrisiko-HPV-Typen 6 und 11. Einen absoluten Schutz vor Krebs bietet die HPV-Impfung jedoch nicht, da auch andere HPV-Typen Gebärmutterhalskrebs und andere Krebsarten auslösen können. Regelmäßige Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen sind also auch nach einer HPV-Impfung ratsam. Für Jungen bzw. Männer, die sich ebenfalls mit HPV infizieren und das HP-Virus auf Frauen übertragen können, wurde der HPV-Impfstoff bisher noch nicht zugelassen.

Diese Website benutzen Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Akzeptieren
nothing