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Hepatitis B

Der Begriff Hepatitis leitet sich aus den griechischen Wörtern hepar (= Leber) und -itis (= entzündliche Erkrankung) ab. Bei Hepatitis handelt es sich also um eine Entzündung der Leber, die eine Schädigung der Leberzellen und damit eine Beeinträchtigung der Leberfunktionen zur Folge haben kann. Ausgelöst wird eine solche Leberentzündung in den meisten Fällen durch einen der fünf Virentypen Hepatitis-A-Virus (HAV), Hepatitis-B-Virus (HBV), Hepatitis-C-Virus (HCV), Hepatitis-D-Virus (HDV) oder Hepatitis-E-Virus (HEV). Je nachdem welcher Virus der Auslöser ist, bezeichnet man die entstehende Leberentzündung als Hepatitis A, B, C, D oder E.

Während Hepatitis A und E vorwiegend über Schmierinfektionen übertragen werden, erfolgt die Infektion mit Hepatitis C meist auf dem Blutweg. Hepatitis B dagegen wird vorrangig durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen, weshalb diese Art der Leberentzündung auch zu den sexuell übertragbaren Krankheiten (STDs: sexually transmitted diseases) gezählt wird. Hepatitis D wird wie Hepatitis B meist sexuell übertragen, kommt aber nur bei Menschen vor, die bereits mit Hepatitis B infiziert sind. Zu den Beschwerden, die spätestens 6 Monate nach einer Ansteckung mit Hepatitis B auftreten, gehören unter anderem Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Durchfall, Appetitlosigkeit und Gelbsucht.

Hepatitis B

Etwa zwei Milliarden Menschen weltweit – als etwa ein Drittel der Weltbevölkerung – waren bereits einmal mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert. Geschätzte 350 Millionen Menschen – also etwa 5 Prozent der Weltbevölkerung – sind chronisch an Hepatitis B erkrankt. Hepatitis B ist somit eine der am häufigsten auftretenden Infektionskrankheiten überhaupt. In Deutschland leiden etwa 400.000 bis 500.000 Menschen an chronischer Hepatitis B; weitere 50.000 Menschen stecken sich jedes Jahr neu mit Hepatits B an. Wird der Hepatitis-B-Virus bei einem Patienten nachgewiesen, besteht in Deutschland laut Infektionsschutzgesetz die namentliche Meldepflicht.

Ursachen einer Hepatitis-B-Infektion

Bei dem ursächlichen Erreger – dem Hepatitis-B-Virus (HBV) – handelt es sich um einen hoch ansteckenden, partiell doppelsträngigen DNA-Virus aus der Familie der Hepadnaviridae.

Da der Hepatitis-B-Virus vorwiegend in Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma, Scheidensekret, Speichel und Muttermilch vorkommt, erfolgt die Ansteckung mit Hepatitis B in der Regel durch den Kontakt mit den Körperflüssigkeiten eines infizierten Menschen. Dabei genügen bereits kleinste Mengen des Hepatitis-B-Virus, um sich mit Hepatitis B anzustecken.Die Übertragung des Hepatitis-B-Virus über Körperflüssigkeiten ist auf verschiedenen Wegen möglich. Der mit Abstand häufigste Übertragungsweg ist jedoch ungeschützter Geschlechtsverkehr. So gehen in den Industrieländern mehr als die Hälfte der Neuinfektionen mit Hepatitis B auf sexuelle Kontakte zurück. Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern, Sextouristen und Homosexuelle sind daher besonders gefährdet, sich mit Hepatitis B zu infizieren.

Weitere mögliche Übertragungswege des Hepatitis-B-Virus sind Bluttransfusionen, die gemeinsame Verwendung von mit Blut verunreinigten, nicht sterilen Gegenständen wie etwa Spritzen, Kanülen, Tätowier-Instrumenten oder Ohrlochstechern sowie die gemeinsame Nutzung von Zahnbürsten oder Rasierapparaten. Hierbei gelangen kleinste Mengen von infiziertem Blut über Verletzungen der Haut oder Schleimhäute in den Körper und führen zu einer Infektion mit Hepatitis B. Darüber hinaus kann das Hepatitis-B-Virus auch während der Geburt von einer infizierten Mutter auf das Kind übertragen werden.

Symptome einer Hepatitis-B-Infektion

Bei Hepatitis B wird zwischen einer akuten und einer chronischen Erkrankung unterschieden. Die ersten Symptome der akuten Hepatitis B treten etwa 1 bis 6 Monate nach der Ansteckung mit dem Hepatitis-B-Virus in Form von Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen Gewichtsverlust, leichtem Fieber, einem Druckgefühl im rechten Oberbauch sowie Gelbsucht auf. In etwa 90 Prozent der Fälle heilt diese akute Hepatitis B innerhalb von 4 bis 6 Wochen vollständig aus. Geschieht dies nicht bzw. besteht die Hepatitis B länger als ein halbes Jahr, spricht man von chronischer Hepatitis B.

Die chronische Hepatitis B kann mitunter ohne Beschwerden verlaufen, jedoch auch zu schweren Komplikationen wie einer Leberzirrhose führen. Zudem erhöht sich bei einer chronischen Hepatitis B das Risiko, an Leberkrebs zu erkranken. In sehr seltenen Fällen kann es bei Patienten mit akuter oder chronischer Hepatitis B auch zu einer zusätzlichen Infektion mit dem Hepatitis-D-Virus (HDV) kommen. Diese doppelte Infektion verläuft in der Regel schwerer als eine einfache Hepatitis B und geht bei mehr als 90 Prozent der Betroffenen in ein chronisches Stadium über.

Diagnose einer Hepatitis-B-Infektion

Die Diagnose von Hepatitis B erfolgt durch eine Blutuntersuchung. Dabei wird der Hepatitis-B-Virus entweder direkt durch das Vorhandensein von Virusbestandteilen wie HBV-Antigenen oder Virus-DNA oder indirekt durch das Vorhandensein von Antikörpern gegen das Hepatitis-B-Virus nachgewiesen.

Anzahl und Art der Virusbestandteile und Antikörper können Auskunft darüber geben, ob es sich um eine aktive, ruhende oder ausgeheilte Infektion mit Hepatitis B handelt.

Zusätzlich zu diesem Erregernachweis können im Rahmen der Blutuntersuchung die Leberwerte bestimmt werden. Sind diese erhöht, weist dies ebenfalls auf eine Leberentzündung hin.

Therapie einer Hepatitis-B-Infektion

Die Behandlung der akuten Hepatitis B zielt in der Regel lediglich auf eine Linderung der Symptome und nicht auf eine Bekämpfung des Hepatitis-B-Virus selbst ab. Als Maßnahmen empfiehlt der Arzt hier meist Bettruhe, körperliche Schonung sowie den Verzicht auf Alkohol und leberbelastende Medikamente.

In den meisten Fällen heilt die akute Hepatitis B dann von alleine aus.Geht die akute Hepatitis B jedoch in ein chronisches Stadium über, kommen Medikamente wie Interferon sowie spezielle Anti-Viren-Mittel ? sogenannte Virustatika ? zum Einsatz, die die Vermehrung der Hepatitis-B-Viren hemmen. Zu den eingesetzten Virustatika gehören unter anderem Lamivudin, Entecavir, Telbivudin, Adefovir und Tenofovir. Führt die Hepatitis B zum Versagen der Leber, kann mitunter auch eine Lebertransplantation notwendig werden.

Prognose und Heilungsaussichten bei Hepatitis B

Die Heilungsaussichten bei akuter Hepatitis B sind in der Regel gut. So sind etwa 90 Prozent der infizierten Erwachsenen nach etwa 4 bis 6 Wochen wieder vollständig gesund. Nur etwa 10 Prozent der Betroffenen entwickeln eine chronische Hepatitis B. Und in lediglich 1 Prozent der Fälle kommt es zum Leberversagen, das auch zum Tod führen kann. Die Antikörper gegen das Hepatitis-B-Virus bleiben nach einer durchgemachten akuten Infektion ein Leben lang im Körper, was bei den meisten Menschen eine lebenslange Immunität gegen das Virus mit sich bringt. Das Risiko erneuter Infektionen ist also nach einer überstandenen Hepatitis B-Erkrankung sehr gering.

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