Kondom gerissen || Spezialthema Kondome

Kondom gerissen

Trotz aller Übung und Sorgfalt kann es beim geschützten Geschlechtsverkehr auch mal vorkommen, dass ein Kondom gerissen oder abgerutscht ist und Sie sich so unabsichtlich dem Risiko einer ungewollten Schwangerschaft oder der Ansteckung mit einer sexuell übertragbaren Krankheit ausgesetzt haben. In dieser Situation ist es wichtig, nicht in Panik zu geraten, sondern schnell zu handeln. Denn es gibt verschiedene Sofortmaßnahmen, die die Risiken einer Ansteckung oder Schwangerschaft minimieren, wenn das Kondom gerissen oder abgerutscht ist.

Gerissenes Kondom
Wie verhält man sich bei einem gerissenen Kondom?

Was tun, wenn das Kondom gerissen ist?

  • Sind Sie der eindringende Partner, entfernen Sie die Reste von Körperflüssigkeiten des Partners bzw. der Partnerin möglichst zeitnah, in dem Sie zu urinieren versuchen und den Penis, die Eichel und die Innenseite der Vorhaut sanft unter fließendem Wasser mit Seife waschen.
  • Haben Sie als Frau beim ungeschützten vaginalen Geschlechtsverkehr Sperma in die Scheide aufgenommen, sollten Sie ebenfalls zu urinieren versuchen und Ihren Intimbereich äußerlich mit Wasser abwaschen. Von einer Scheidenspülung ist abzuraten, da hierbei kleine Verletzungen der Schleimhaut entstehen können, die Erreger leichter eindringen lassen und so das Infektionsrisiko noch erhöhen.
  • Ist bei ungeschütztem empfangendem Analverkehr Sperma in den Enddarm gelangt, sollten Sie den äußeren Analbereich mit Wasser abbrausen. Darmspülungen sind dabei – aus demselben Grund wie Scheidenspülungen – nicht angeraten.
  • Sperma, das beim Oralverkehr in Ihren Mund gelangt ist, sollten Sie so schnell wie möglich und vollständig ausspucken. Anschließend sollten Sie Ihren Mund mehrere Male mit Wasser spülen. Die Zähne zu putzen ist nicht angeraten, da hierbei eventuell vorhandene Erreger ins Zahnfleisch gerieben werden können.
  • Wenn beim Geschlechtsverkehr Sperma in die Augen gelangt ist, sollten Sie diese möglichst schnell mit Wasser ausspülen.

Rechtzeitiger Besuch beim Arzt

Wenn Sie trotz dieser Sofortmaßnahmen befürchten, dass Sie sich mit einer sexuell übertragbaren Krankheit angesteckt haben, dann gehen Sie möglichst bald nach dem Geschlechtsverkehr, bei dem das Kondom gerissen ist, zu einem Arzt oder wenden Sie sich an eine entsprechende Beratungsstelle. Die meisten sexuell übertragbaren Krankheiten (STIs) lassen sich nämlich gut behandeln und auch vollständig heilen, sofern sie rechtzeitig diagnostiziert und entsprechend mit Medikamenten oder anderen geeigneten Mitteln behandelt werden.

Wichtig ist auch, dass Sie nach dem unabsichtlich ungeschützten Geschlechtsverkehr auf Veränderungen an Ihrem Körper achten. Stellen Sie juckende oder brennende Hautveränderungen oder ein Brennen im Intimbereich fest, dann ist ein Besuch beim Arzt dringend angeraten, da dies auf eine Infektion mit einer Geschlechtskrankheit hindeuten kann.

HIV-Post-Expositions-Prophylaxe (HIV-PEP)

Eine sogenannte HIV-Post-Expositions-Prophylaxe (HIV-PEP) ist dann sinnvoll, wenn Sie sicher wissen, dass der Partner bzw. die Partnerin, mit dem das Kondom gerissen ist, HIV-positiv mit nachweisbarer oder unbekannt hoher Viruslast ist. Bei der HIV-PEP handelt es sich um eine vorbeugende Notfall-Therapie, bei der Sie über einen Zeitraum von etwa vier Wochen eine virenhemmende Medikamentenkombination, die eine Vermehrung der möglicherweise in Ihren Körper gelangten HI-Viren verhindern soll, einnehmen müssen. Mit der HIV-PEP sollte frühestmöglich nach dem Geschlechtsverkehr, bei dem das Kondom gerissen ist, begonnen werden – am besten innerhalb der ersten 24 Stunden.

Die „Pille danach“

Eine ungewollte Schwangerschaft lässt sich, wenn beim Geschlechtsverkehr das Kondom gerissen ist, durch die sogenannte „Pille danach“ verhindern. Dabei handelt es sich um ein Hormonpräparat, das den Eisprung hemmen bzw. verzögern und so eine mögliche Befruchtung durch die beim ungeschützten Geschlechtsverkehr in den Körper gelangten Spermien verhindern soll.

Die „Pille danach“ ist bis maximal 72 Stunden nach dem fraglichen Geschlechtsverkehr wirksam. Am sichersten wirkt sie jedoch, wenn sie innerhalb der ersten 12 Stunden eingenommen wird. Deshalb sollten Sie möglichst schnell einen Frauenarzt, eine Beratungsstelle oder – am Wochenende oder nachts – eine Notfallpraxis oder ein Krankenhaus mit gynäkologischer Ambulanz aufsuchen. Dort erhalten Sie in der Regel das in Deutschland notwendige Rezept für die „Pille danach“.

Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Akzeptieren
nothing