Scheidenpilz

Scheidenpilz

Wenn es im Genitalbereich plötzlich juckt und brennt, kommt bei vielen Frauen Panik auf. Sie fragen sich: Habe ich eine Geschlechtskrankheit? Aber ich bin doch nicht fremdgegangen! Was habe ich falsch gemacht? Hat schon jemand etwas bemerkt? Was wird mein Freund von mir denken?

Scheidenpilz ist immer noch mit vielen Tabus belegt. Nicht nur jungen Frauen ist das Thema äußerst peinlich. Viele haben Schuldgefühle, fühlen sich unsauber und ansteckend. Oft ertragen sie tagelang das unangenehme Jucken und Brennen im Genitalbereich, weil sie sich schämen, mit jemandem darüber zu sprechen. Dabei gibt es dafür gar keinen Grund!
So unangenehm die Symptome sind, umso beruhigender, dass sich die Infektion in der Regel schnell und nachhaltig mit einem Anti-Pilz-Mittel behandeln lässt.

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Was ist ein Scheidenpilz ?

Scheidenpilz

Beim Scheidenpilz – auch Vaginalpilz oder Vaginal-Mykose genannt – handelt es sich um eine Pilzerkrankung im Genitalbereich der Frau, bei der es zu einer Entzündung der Scheidenschleimhaut und der Vulva kommt. Schätzungen zufolge leiden mehr als 75 Prozent der Frauen mindestens einmal im Leben an einer Scheidenpilz-Infektion. Der Scheidenpilz ist damit eine der häufigsten Infektionen im Genitalbereich der Frau.

Die Ursachen eines Scheidenpilzes

Ursächliche Erreger des Scheidenpilzes

Einem Scheidenpilz liegen als Ursache in der Regel sogenannte Hefepilze zugrunde. Diese gedeihen am besten in einem feuchten Umfeld bei einer Temperatur um die 37 Grad Celsius und fühlen sich daher in der Scheide der Frau besonders wohl. Der häufigste ursächliche Erreger für eine Scheidenpilz-Infektion ist dabei der Hefepilz Candida albicans, der in 80 bis 90 Prozent der Fälle für die Vaginal-Mykose verantwortlich ist. Weitere 5 bis 10 Prozent der Scheidenpilzfälle werden durch eine Infektion mit dem Hefepilz Candida galbrata ausgelöst.

Entstehung einer Scheidenpilz-Infektion

Da Pilze und andere Mikroorganismen, wie etwa Milchsäure-Bakterien, zur normalen Scheidenflora gehören und dort in einem natürlichen Gleichgewicht leben, sind die Scheidenpilz-Erreger oft von vornherein in der Scheide vorhanden. Dort besiedeln sie Haut und Schleimhaut, verursachen aber zunächst keine Entzündung, da das umgebende saure Scheidenmillieu mit einem ph-Wert von unter 4,5 ihr Wachstum unterdrückt. Erst wenn die gesunde Scheidenflora aus dem Gleichgewicht gerät, kann es zu einer Vermehrung des Erregers und damit zu einer Scheidenpilz-Infektion kommen.

Begünstigende Faktoren für einen Scheidenpilz

Begünstigende Faktoren für eine Vermehrung der Pilze und damit für eine Scheidenpilz Infektion sind unter anderem ein geschwächtes Immunsystem, verursacht durch Infekte oder Erkrankungen, Hormonschwankungen, verursacht durch eine Schwangerschaft, die Wechseljahre oder die Einnahme der Antibabypille sowie Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus.
Darüber hinaus kann auch die Einnahme bestimmter Medikamente die Entstehung einer Scheidenpilz-Infektion begünstigen. Hierzu gehören insbesondere Antibiotika, die etwa zur Behandlung von Gebärmutter- oder Blasenentzündungen eingesetzt werden, und die Körperabwehr schwächende Medikamente wie Kortison-Präparate oder Zytostatika. Weitere Faktoren, die eine Scheidenpilz Infektion begünstigen können, sind eine übermäßige Körperhygiene mit Intimsprays und Scheiden-Spülungen, die die natürliche Scheidenflora verändern, eng anliegende Kleidung und synthetische Unterwäsche, eine extrem zuckerreiche Ernährung und psychische Belastungen wie Stress.

Erfahren Sie mehr über die Ursachen und die Übertragung von Scheidenpilz.

Die Symptome eines Scheidenpilzes

Typische Scheidenpilz Symptome

Scheidenpilz-Symptome

Zu den typischen Symptomen, die eine vaginalen Pilzinfektion mit sich bringt, gehören ein starker Juckreiz und ein schmerzhaftes Brennen im Bereich der Scheide oder Vulva sowie ein weiß-gelblicher, cremiger bis krümelig-bröckeliger Ausfluss aus der Scheide (sogenannter Fluor vaginalis).
Weitere charakteristische Symptome einer Scheidenpilz Infektion sind Schwellungen und Rötungen der Scheide und Vulva, die mit Hautausschlägen, Bläschen oder Pusteln im äußeren Genitalbereich einhergehen können. Zudem sind Haut und Schleimhaut oft rissig. Auch Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs und beim Wasserlassen können bei einem Scheidenpilz auftreten.

Diese typischen Symptome eines Scheidenpilzes können gemeinsam oder einzeln auftreten. Zudem kann die Stärke der Beschwerden von Frau zu Frau unterschiedlich sein. Die Schwere der Scheidenpilz-Infektion erreicht meist nach drei Tagen ihr Maximum.

Lesen Sie mehr über die typischen Symptome von Scheidenpilz.

Symptomlose Scheidenpilz-Infektion

Nicht immer zeigen sich eindeutige Scheidenpilz-Symptome mit typischen Beschwerden. Die betroffene Frau erfährt dann meist nur durch Zufall – etwa bei der routinemäßigen Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt, der einen Abstrich aus der Scheide entnimmt und unter dem Mikroskop Pilzsporen sieht – dass Sie einen Scheidenpilz hat.
Eine solche symptomlose Scheidenpilz-Infektion bedarf in der Regel keiner Behandlung. Lediglich wenn die Frau schwanger ist, sollte der Scheidenpilz behandelt werden, da Scheidenpilz in der Schwangerschaft bestimmte Risiken mit sich bringen kann.

Diagnose eines Scheidenpilzes

Wie wird ein Scheidenpilz diagnostiziert?

Junge Frau bei Gynäkologin

Frauen und Mädchen, die die typischen Symptome für einen Scheidenpilz aufweisen, sollten sich von einem Gynäkologen untersuchen lassen. Dieser führt zur Diagnose in der Regel ein Anamnesegespräch und eine frauenärztliche Untersuchung des Genitalbereichs durch und entnimmt für eine mikroskopische Untersuchung einen Abstrich von der Scheidenschleimhaut. Meist ist der Scheidenpilz dabei bereits anhand der charakteristischen Schleimhautveränderungen im Bereich der Scheide und Vulva erkennbar.

Wann eine gynäkologische Untersuchung notwendig ist oder ob Sie sich mit einem modernen Anti-Pilz-Medikament selbst behandeln können, erfahren Sie hier.

Nachweis des Scheidenpilz-Erregers

Um die Diagnose zu sichern und zu klären, welcher Erreger die Pilzinfektion verursacht hat, entnimmt der Arzt zusätzlich einen Abstrich von der betroffenen Scheidenschleimhaut und untersucht diesen unter dem Mikroskop bzw. schickt ihn ins Labor. Unter dem Mikroskop ist der Pilzbefall, der die Scheidenpilz-Infektion ausgelöst hat, häufig durch sein typisches Aussehen mit Pilzfäden oder Sprosszellen zu erkennen. Im Labor erfolgt dann die Anzucht der Erreger, um zu bestimmen, welche Pilzart verantwortlich ist.

Therapie einer Scheidenpilz-Infektion

Behandlung einer Scheidenpilz-Infektion mit Antipilzmitteln

Scheidenpilz Medikamente

Die Behandlung einer Scheidenpilz-Infektion erfolgt in der Regel durch spezielle Anti-Pilz-Medikamente, sogenannte Anti-Mykotika, die das Wachstum des Vaginalpilzes hemmen und ihn abtöten. Diese Medikamente enthalten als Wirkstoffe unter anderem Imidazole (z.B. Clotrimazol, Miconazol, Flucanzol, Fenticonazol ), Nystatin oder Providon-Jod und werden meist in Form von Scheidenzäpfchen oder Vaginal-Tabletten in die Scheide eingebracht oder als Creme bzw. Salbe lokal auf die betroffenen Stellen aufgetragen bzw. mittels Applikator in die Scheide eingeführt.

Die Behandlung mit Zäpfchen, Vaginal-Tabletten, Salben und Cremes dauert je nach Dosierung und Schwere der Scheidenpilz-Infektion ein bis sechs Tage. Reicht dies nicht aus, um den Pilz abzutöten oder kehrt er nach abgeschlossener Therapie immer wieder, können die Anti-Pilz-Medikamente auch zusätzlich in Tablettenform eingenommen werden.

Erfahren Sie mehr über die Therapie von Scheidenpilz.

Prognose und Heilungsaussichten bei fachgerechter Behandlung

In der Regel nimmt ein konsequent behandelter Scheidenpilz einen schnellen und unkomplizierten Verlauf. Im Falle einer chronischen Scheidenpilzerkrankung – in der Fachsprache chronisch-rezidivierende Vaginalmykose genannt – wird meist eine erneute, längerfristige Antimykotika-Therapie notwendig.

Wie Sie Scheidenpilz vorbeugen können

Scheidenpilz Hygiene

Verschiedene Verhaltensweisen und Vorsichtsmaßnahmen können dazu beitragen, einer erstmaligen oder erneuten vaginalen Pilzinfektion vorzubeugen. Hierzu gehören insbesondere das regelmäßige und richtige Waschen des Intimbereichs, vorbeugende Maßnahmen während der Periode, das Tragen der richtigen Kleidung, die Vorbeugung mit Milchsäurebakterien und die Verwendung von Kondomen.

Die richtige Intim- und Toilettenhygiene

Frauen sollten zur Vorbeugung einer Scheidenpilz-Infektion eine übermäßige Intimhygiene in Form von aggressiven oder parfümierten Seifen, Intimsprays, Scheiden-Spülungen oder häufigen Schaumbädern vermeiden, da hierdurch das natürliche Gleichgewicht der Scheidenflora geschädigt und somit eine Vermehrung der Scheidenpilz-Erreger begünstigt wird. Stattdessen sollten Frauen ihren äußeren Genitalbereich in regelmäßigen Abständen ausschließlich mit Wasser, einer pH-neutralen Seife oder einer Intimwaschlotion mit Milchsäure waschen. Bei der Toilettenhygiene sollte zudem stets darauf geachtet werden, von vorne nach hinten, keinesfalls umgekehrt, zu wischen.

Vorbeugende Maßnahmen während der Periode

Trägt eine Frau während ihrer Periode luftdichte oder kunststoffbeschichtete Slipeinlagen oder Binden, kann dies zu einem Wärme- und Feuchtigkeitsstau führen und so eine Vermehrung der Scheidenpilz-Erreger begünstigen. Das Tragen solcher Slipeinlagen sollte daher vermieden werden. Zudem ist es angeraten, während der letzten Tage der Periode kleine oder sehr kleine Tampons zu verwenden, da auch Tampons bei empfindlichen Frauen eine Scheidenpilz-Infektion begünstigen können. Lesen Sie mehr über die Intimpflege während der Menstruation hier.

Die richtige Kleidung

Zur Vorbeugung einer Scheidenpilz-Infektion ist es zudem ratsam, keine eng anliegende, synthetische Kleidung und Unterwäsche zu tragen. Stattdessen bietet sich leichte Unterwäsche aus Baumwolle an, die man am besten täglich wechseln sollte. Nach dem Baden sollten die nassen Badesachen nicht am Körper trocknen, sondern sofort ausgezogen werden. Leidet eine Frau bereits an einem Scheidenpilz, sollte sie Handtücher und Wäsche täglich wechseln und diese nicht gemeinsam mit ihrem Partner benutzen, da sonst Ansteckungen möglich sind. Zum Abtöten der Erreger in Kleidung, Wäsche und Handtüchern bieten sich spezielle Waschmittel aus der Apotheke an.

Milchsäurebakterien gegen Scheidenpilz-Infektionen

Auch mit Hilfe von Mitteln, die Milchsäure-Bakterien enthalten, kann eine Frau einem Scheidenpilz vorbeugen. Diese sind unter anderem in Form von Zäpfchen in der Apotheke erhältlich und tragen dazu bei, dass das natürliche Gleichgewicht des Bakterienhaushalts im Intimbereich erhalten bleibt. Die Milchsäure-Bakterien besiedeln nämlich die Schleimhaut der Scheide und senken den pH-Wert der Scheidenschleimhaut.

Die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr

Auch wenn Scheidenpilz keine Geschlechtskrankheit ist, stehen Sex und Scheidenpilz in Zusammenhang. Warum können Kondome beim Sex vor Scheidenpilz schützen?
Hier finden Sie mehr Tipps zur Vorbeugung von Scheidenpilz.

Scheidenpilz während der Schwangerschaft

Scheidenpilz Schwangerschaft

Scheidenpilz-Infektionen während der Schwangerschaft sind häufig

Normalerweise herrscht in der Scheide dank der Milchsäure-Bakterien – auch Laktobazillen genannt – ein saures Milieu mit einem pH-Wert von unter 4,5, das die Scheide vor einer Fehlbesiedelung mit schädlichen Keimen wie Pilzen und Bakterien schützt. Aufgrund von Hormonschwankungen steigt der pH-Wert in der Scheide jedoch während der Schwangerschaft an, so dass die natürliche Schutzfunktion der Scheidenschleimhaut gegen schädliche Krankheitserreger herabgesetzt ist und Keime wie die Scheidenpilz-Erreger einen idealen Nährboden vorfinden. Schwangere Frauen sind deshalb besonders anfällig für eine Infektion mit dem scheidenpilzverursachenden Hefepilz Candida albicans.

Risiken einer Scheidenpilzinfektion in der Schwangerschaft

Eine Scheidenpilzinfektion in der Schwangerschaft ist zwar eine lästige und unangenehme Angelegenheit, stellt aber an sich kein großes Risiko für die werdende Mutter und ihr Baby dar. So ist etwa die Gefahr, dass durch eine Infektion mit dem Scheidenpilz-Erreger Candida albicans eine Fehl- oder Frühgeburt ausgelöst wird, sehr gering. Dennoch sollte eine Scheidenpilz-Infektion in der Schwangerschaft nicht auf die leichte Schulter genommen, sondern in jedem Fall behandelt werden.

Denn auch wenn ein Scheidenpilz an sich während der Schwangerschaft zunächst keine Gefahr für Mutter und Kind darstellt, so kann er doch ein potenzieller Wegbereiter für andere gefährlichere Keime sein. Es besteht nämlich die Gefahr, dass sich in der vom Pilz angegriffenen Vagina Bakterien vermehren und zu einer bakteriellen Scheideninfektion führen. Eine solche bakterielle Scheiden-Infektion geht im Gegensatz zum Scheidenpilz durchaus mit einem erhöhten Risiko für Früh- oder Fehlgeburten einher, da die Infektion in die Gebärmutter aufsteigen kann.

Ansteckung des Kindes bei der Geburt

Ein weiterer Grund, warum ein Scheidenpilz bei einer werdenden Mutter auf jeden Fall behandelt werden sollte, ist, dass der Scheidenpilzerreger während der Geburt auf das Kind übertragen werden kann. Neugeborene, die sich bei der Geburt mit dem scheidenpilzverursachenden Hefepilz angesteckt haben, leiden in der Folge in den ersten Lebenswochen häufig an Infektionen und Mykosen in der Mundhöhle und im Windelbereich.

Vorbeugung vor Scheidenpilzinfektionen während der Schwangerschaft mittels pH-Wert-Kontrolle und Milchsäure

Zur Vorbeugung von Scheidenpilz in der Schwangerschaft sowie bakteriellen Scheideninfektionen sollten schwangere Frauen regelmäßig den pH-Wert ihrer Scheide kontrollieren. Störungen im Scheidenmilieu und bakterielle Fehlbesiedelungen der Scheide können so frühzeitig erkannt und behandelt werden. Die Kontrolle des pH-Werts kann dabei entweder durch den behandelnden Gynäkologen oder aber durch die schwangere Frau selbst mithilfe eines speziellen Testhandschuhs durchgeführt werden. Mit dem Testhandschuh kann die Schwangere ihren pH-Wert in Eigenregie kontrollieren. Hierzu führt sie den Zeigefinger im Handschuh in die Scheide ein. Der auf der Zeigefingerspitze des Handschuhs befindliche Teststreifen gibt daraufhin in einer Farb-Vergleichsskala den Säuregehalt und pH-Wert der Scheidenflüssigkeit an.

Liegt der vaginale pH-Wert über 4,5, sollte das Scheidenmilieu unbedingt angesäuert werden. Hierzu eignen sich insbesondere Präparate, die Milchsäure enthalten. Verabreicht werden diese Präparate meist in Form von Milchsäure-Gel oder auch als Milchsäurezäpfchen. Die darin enthaltenen Milchsäure-Bakterien sorgen dafür, dass der pH-Wert wieder unter 4,5 sinkt, die gestörte Scheidenflora wieder ins Gleichgewicht gebracht wird und sich schädliche Keime wie Bakterien und Pilze somit nicht mehr in der Scheide ausbreiten können.

Behandlung einer Scheidenpilzinfektion während der Schwangerschaft

Auch wenn ein Scheidenpilz in der Schwangerschaft weder für die werdende Mutter noch für das Kind eine akute Bedrohung darstellt, sollte sich eine betroffene Frau, die trotz aller Vorbeugemaßnahmen unter einer Scheidenpilz-Infektion leidet, in jedem Fall einer Behandlung unterziehen. Da schwangere Frauen und auch stillende Mütter bei der Einnahme von Medikamenten grundsätzlich vorsichtig sein sollten, ist es ratsam, mit einem Gynäkologen zu besprechen, welche Wirkstoffe das Kind nicht gefährden.

Prinzipiell sollte der Scheidenpilz bei einer schwangeren Frau – wie bei anderen betroffenen Frauen auch – mit speziellen Anti-Pilz-Medikamenten, sogenannten Anti-Mykotika, behandelt werden, die entweder als Zäpfchen, Vaginaltabletten oder Creme bzw. Salbe verabreicht werden können. Während der Schwangerschaft eignen sich zur Behandlung einer Scheidenpilzinfektion insbesondere Anti-Pilz-Mittel mit den Wirkstoffen Clotrimazol oder Nystatin. Und auch Milchsäure-Präparate können werdende Mütter ohne Sorge verwenden. Allerdings sollten die Anti-Pilz-Mittel und Milchsäure-Präparate nicht mit einem Applikator in die Scheide eingeführt werden, da hierdurch unter Umständen eine Fehlgeburt ausgelöst werden kann.
Die Scheidenpilzbehandlung bei einer werdenden Mutter dauert in der Regel drei Tage. Um sicher zu gehen, dass die Scheidenpilzerreger erfolgreich bekämpft wurden, kann die Behandlung mit Antipilz-Medikamenten aber auch einige Tage länger fortgesetzt werden.

Scheidenpilz durch Geschlechtsverkehr

Scheidenpilz Geschlechtsverkehr

Mögliche Übertragungswege der Scheidenpilz-Erreger beim Geschlechtsverkehr

Bei Frauen besiedeln die Scheidenpilz-Erreger natürlicherweise die Scheidenflora, ohne zwangsläufig eine Scheidenpilz-Infektion zu verursachen. Und auch bei Männern haften die Scheidenpilz-Erreger häufig an der Penisoberfläche oder in der Harnröhre, ohne dass bei ihnen Beschwerden auftreten. Sich beim Sex mit Scheidenpilz anzustecken, ist also so gut wie unmöglich. Dennoch gibt es in Sachen Sex und Scheidenpilz etwas zu beachten.

Denn Sexualpraktiken wie Analverkehr können eine Ansteckung mit Scheidepilz-Erregern zur Folge haben. Der Grund hierfür ist, dass die Scheidenpilz verursachenden Hefepilze nicht nur im Genitalbereich, sondern auch in anderen Körperregionen vorkommen können. So konnten die Erreger bei infizierten Frauen und Männern unter anderem im Mund-Rachen-Raum, im Analbereich, am Gesäß, im Darm und im Urin nachgewiesen werden.

Das größere Ansteckungsrisiko besteht dabei beim Analverkehr, da sich im Darm und am Po meist mehr Pilz-Erreger befinden als im Mund. Darüber hinaus birgt auch der Wechsel von analem auf vaginalen Geschlechtsverkehr ein erhöhtes Risiko. Verhindern, dass hier vermehrt Darmkeime und Bakterien in die Vagina eindringen und die natürliche Scheidenflora aus dem Gleichgewicht bringen, können Sie nur durch die Nutzung von Kondomen bei einer der beiden Praktiken oder den Wechsel der Kondome dazwischen.

Mehr über den Zusammenhang von Sex-Technik und Scheidenpilz erfahren Sie hier.

Geschlechtsverkehr während der Scheidenpilz-Behandlung

Eine Frau, die unter einem Scheidenpilz leidet, wird aufgrund der Symptome in den meisten Fällen keine große Lust auf Geschlechtsverkehr verspüren und leicht darauf verzichten können. Medizinisch spricht aber nichts gegen Sex auch während einer Scheidenpilz-Infektion. Möchte eine Frau während einer akuten Scheidenpilz-Infektion nicht auf Sex verzichten, so sollte sie sich der Tatsache bewusst sein, dass einige Verhütungsmittel aufgrund der Therapie ihren Dienst versagen können. So können etwa Kondome durch die Antipilzcremes und Zäpfchen (Anti-Mykotika), die gegen die Scheidenpilz-Erreger zum Einsatz kommen, brüchig werden. Und auch Diaphragmas, Portiokappen und spermizide Verhütungssalben oder Gels können durch die Anti-Mykotika in ihrer Funktion beeinträchtigt sein. Auf hormonelle Verhütungsmethoden wie die Antibabypille, ein Verhütungsring oder ein Verhütungspflaster haben die Anti-Pilz-Mittel dagegen keinen negativen Einfluss. Die hormonelle Verhütung stellt daher während der Scheidenpilz-Behandlung die sicherste Verhütungsmethode dar.

Mehr über Scheidenpilz und Geschlechtsverkehr finden Sie hier.

Sport, Sauna und Schwimmbadbesuch während einer Scheidenpilz-Infektion

Scheidenpilz Schwimmbad

Sport, Bewegung und körperliche Aktivität stärken die Abwehrkräfte, sorgen für Stressabbau und Entspannung und heben die Stimmung – egal ob es sich dabei nun um Laufen, Schwimmen, Rad fahren oder andere Sportarten handelt. Und auch Saunabäder machen nicht nur Spaß, sondern sind vor allem auch gesund.
Dennoch verzichten Frauen, die zu Scheidenpilz-Infektionen neigen oder gerade unter einem Scheidenpilz leiden, häufig auf Sport und Saunabäder, um die Beschwerden durch zusätzliches Reiben und starkem Schwitzen im Genitalbereich nicht noch zu verschlimmern. Dabei tragen Sport und regelmäßige Saunagänge durch ihre immunstärkende Wirkung im Prinzip sogar dazu bei, Infektionen vorzubeugen.

Scheidenpilzgeplagte oder für Scheidenpilz anfällige Frauen müssen also nicht grundsätzlich auf sportliche Aktivitäten und regelmäßige Saunagänge verzichten. Beachten die betroffenen Frauen dabei einige grundlegende Regeln und Tipps, können sie vielmehr ohne Sorge und Beschwerden weiter joggen, schwimmen, Rad fahren oder saunieren gehen.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Scheidenpilz beim Sport

Zu den vorbeugenden Maßnahmen die eine scheidenpilzgeplagte Frau beim und nach dem Sport ergreifen sollte, gehören dabei insbesondere die richtige Hygiene und Sportkleidung. So sollten Frauen, die zu Scheidenpilz neigen bzw. einen Scheidenpilz haben, beim Sport stets Funktionsunterwäsche tragen. Diese verhindert, dass es durch das Schwitzen beim Sport zu einem Wärme- und Feuchtigkeitsstau im Genitalbereich und so zu einem erhöhten Infektionsrisiko mit den Scheidenpilzerregern kommt. Denn die Funktionswäsche trocknet im Gegensatz zu herkömmlicher Unterwäsche schnell und leitet die Feuchtigkeit nach außen.

Hat eine Frau zusätzlich zu einer Scheidenpilz-Infektion auch noch gerade ihre Periode, sollte sie auf Slipeinlagen beim Sport besser verzichten. Diese verstärken nämlich das feuchtwarme Milieu im Scheidenbereich und vergrößern so das Risiko einer Scheidenpilz-Infektion. Zudem verzögern sie durch die mechanische Belastung und Reibung die Heilung der Scheidenschleimhaut.
Nach dem Sport sollten betroffene Frauen beim Duschen und Waschen auf die richtige Intimpflege achten. So sollten aggressive oder parfümierte Seifen, Duschgels, Intimsprays und Intimdeos für scheidenpilzgeplagte Frauen ein Tabu sein, da diese das natürliche saure Scheidenmilieu negativ beeinflussen. Wesentlich besser geeignet für die Intimpflege nach dem Sport sind spezielle Waschlotionen, die pH-sauer sind oder Milchsäure enthalten.

Informieren Sie sich über Tipps zur richtigen Intimpflege.

Saunabäder und Dampfbäder mit Scheidenpilz

Auch auf das Schwitzvergnügen von Saunabädern müssen Frauen mit häufigen Scheidenpilz-Infektionen keineswegs verzichten. Um zu vermeiden, dass sie sich selbst oder gar andere beim Saunagang mit den lästigen Scheidenpilzerregern anstecken, sollten betroffene Frauen jedoch darauf achten, sich während des Saunagangs stets auf ein eigenes, mitgebrachtes Handtuch zu setzen bzw. zu legen. Mit einem weiteren Handtuch sollten sie sich zudem nach dem Saunagang und Duschen gründlich abtrocknen.

Dampfbäder sind jedoch im Gegensatz zu den heißen und trockenen Saunabädern für Frauen mit wiederkehrenden Pilz-Infektionen nicht geeignet. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit, die in einem Dampfbad herrscht, fühlen sich die Pilz-Erreger dort nämlich besonders wohl. In dem feucht-warmen Klima eines Dampfbades können sich die Hefepilze leichter vermehren und Ansteckungen verursachen.

Schwimmen mit Scheidenpilz

Die wichtigste Maßnahme, um einer Scheidenpilz-Infektion nach dem Schwimmen – sei es nun im Schwimmbad, in einem See oder im Meer – vorzubeugen, besteht darin, die nassen Badesachen anschließend nicht am Körper trocknen zu lassen, sondern sofort auszuziehen. Zudem sollte sich eine Frau nach dem Schwimmen stets gründlich abduschen und anschließend sorgfältig abtrocknen.

In öffentlichen Schwimmbädern ist das Wasser in der Regel gechlort, um die ungehinderte Vermehrung und Verbreitung von Krankheitskeimen wie etwa den Pilz-Erregern zu verhindern. Das Risiko, sich in einem Schwimmbad mit einem Scheidenpilz anzustecken ist also eher gering. Allerdings kann es sein, dass das im Wasser enthaltene Chlor die Scheidenflora angreift und so ihre natürliche Schutzfunktion mindert. Hier kann es mitunter hilfreich sein, wenn scheidenpilzanfällige Frauen ihren Intimbereich vor dem Schwimmen mit einer Fettsalbe (z.B. Vaseline) einreiben.

Im Gegensatz zum Chlorwasser in öffentlichen Schwimmbädern schädigt das Salzwasser im Meer die natürliche Schutzfunktion der Scheidenflora nicht. Stattdessen trägt das Salzwasser sogar dazu bei, die durch eine Pilzinfektion angegriffene Scheidenschleimhaut zu regenerieren. Baden im Meer ist Frauen mit wiederkehrenden Scheidenpilz-Infektionen also nur zu empfehlen.

Weitere Informationen zum Thema “Scheidenpilz”:

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