Probleme nach der (Intim)Rasur


Die Rasur ist eine vollständige oder teilweise Entfernung der Haare an verschiedenen Körperbereichen. Seit den 90er Jahren gilt vor allem die Intimrasur als ein weit verbreitetes Schönheitsideal. Auch hier werden die Haare ganz oder partiell entfernt. Neben eben Schnittverletzungen entstehen dabei häufig Hautreizungen in Form von Pickeln, roten Punkten, Entzündungen oder Rötungen.

Intimrasur
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Woher kommen die Probleme nach der Intimrasur?

Eine Rasur, unabhängig von der behandelten Körperregion, stellt immer eine Hautreizung dar. Als Folge können Pickel, Pusteln, Entzündungen oder Rötungen auftreten. In extremen Fällen bilden sich durch Entzündungen nach der Rasur Abszesse, die chirurgisch entfernt werden müssen. Der Intimbereich ist eine hochempfindliche Körperregion und daher treten vor allem nach der Intimrasur Probleme auf.

Neben dem Schutz vor Keimen und Bakterien hat die Behaarung im Intimbereich die Funktion, Pheromonen abzusondern, die die sexuelle Anziehungskraft auf den potentiellen Sexualpartner fördern. Aus biologischer Sicht ist das Entfernen der Schambehaarung eher hinderlich. Von Natur aus behaarte Körperstellen sind empfindlicher ohne den Schutz von Haaren.

Durch warmes Wasser und die Verwendung von Rasierschaum werden die Poren geweitet, so dass die Haare bei der Intimrasur weit unterhalb der Hautoberfläche abgeschnitten werden können. Schließt sich die Öffnung, entsteht ein eingewachsenes Haar. Die Talgdrüsen produzieren weiterhin Talg, der als Schutz vor Hautkrankheiten, Krankheitserregern und Chemikalien dient. Dieser Talg lagert sich nun im Haarkanal ab, ohne dass er mit dem Haar an die Hautoberfläche gelangen kann. Diese Entzündungen bei der Intimrasur werden oberflächlich als Pickel sichtbar.

Rötungen entstehen meist durch eine Hautreizung. Ursächlich sind häufig unter anderem:

  • starke Reibung nach der Rasur
  • zu häufige Rasur
  • stumpfer Rasierer
  • falsche Pflege

Wie kann man Probleme bei der Intimrasur vermeiden?

Einige Regeln bei der Rasur helfen, die leidigen Probleme zu vermeiden:

  1. Nie auf trockener Haut eine Intimrasur durchführen
  2. Immer eine frische, saubere und scharfe Rasierklinge verwenden
  3. Bei der Intimrasur die Haare immer in Wuchsrichtung rasieren, bei der Rasur an anderen Körperstellen gegen die Wuchsrichtung rasieren
  4. Bei der Intimrasur mit dem Rasierer nicht zu stark aufdrücken
  5. Einen Rasierer mit vier bis fünf Klingen benutzen. So sind weniger Striche nötig, um die Haare zu entfernen
  6. Ein schonendes Rasiergel oder Rasierschaum verwenden
  7. Nach der Rasur den Bereich mit kalten Wasser spülen, um die  Poren zu schließen
  8. Nach der Rasur den rasierten Bereich mit einem Handtuch trockentupfen und eine geeignete Creme verwenden
  9. Druck und Reibung auf die betroffene Stelle vermeiden.
  10. Die Intimrasur ist am Abend empfehlenswert.

Wie kann man Probleme nach der Intimrasur behandeln?

Treten nach der Intimrasur Pickel auf, sollten sich diese nicht entzünden. Im Intimbereich dürfen Sie jedoch kein After-Shave verwenden, da die enthaltenen aggressiven Duftstoffe den Säure-Base-Haushalt der Intimzone erheblich stören können. Eine antibakterielle Seife kann helfen, die Ausbreitung der Entzündung zu hemmen.

Pickel dürfen jedoch auf keinen Fall ausgedrückt werden. Sie sind nicht mit Akne vergleichbar und entstehen aus eingewachsenen Haaren. Durch Ausdrücken kann sich die Entzündung noch verschlimmern. Sie sollten dabei auch auf weitere Intimrasuren verzichten, da sich die Pickel dadurch öffnen können und weitere Keime die Entzündung erreichen können. Die betroffenen Stellen sollten mindestens zweimal täglich mit kaltem Wasser gewaschen und trockengetupft werden. Auf enge oder kratzende Wäsche, die die Haut zusätzlich reizen, muss für einige Zeit nach der Intimrasur verzichtet werden.

Ratsam ist die Verwendung einer speziell auf die Behandlung von Problemen nach der Intimrasur abgestimmten Creme. Regelmäßig aufgetragen kann sie die Entstehung von Hautirritationen verhindern bzw. die Heilung beschleunigen.