Sex nach einer Geburt


Viele werdende Mütter beschäftigen sich mit der Frage, wie der Sex nach einer Geburt oder Schwangerschaft sein wird. Gerüchte fördern Ängste und beeinträchtigen den entspannten Umgang mit der eigenen Sexualität bereits in der Schwangerschaft. Frauen befürchten unter anderem:

  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Infektionen
  • sexuelles Desinteresse
  • Veränderungen der Vagina

Dieser Artikel beschäftigt sich mit den häufigsten Fragen rund um das Thema „Sex nach einer Geburt“.

Psychologisches Umdenken nach der Geburt

Mutter und SäuglingDie Geburt eines Kindes verändert die Beziehung eines Paares grundlegend und konfrontiert Eltern mit völlig neuen Herausforderungen. Schlaflose Nächte und ein neues Rollenverständnis treten an die Stelle von Nähe und Intimität. Viele Frauen verspüren nach einer Geburt oder Schwangerschaft oftmals wenig sexuelle Lust und nehmen sich eher in der Rolle der Mutter, als in der Rolle der Geliebten und Partnerin, wahr. An erster Stelle steht nun das Kind. Eigene Bedürfnisse oder die des Partners rücken in den Hintergrund.

Der Körper einer Frau verändert sich durch die Schwangerschaft. Schwangerschaftsstreifen und Gewichtszunahme u.a. führen häufig zu einer großen Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper bei Frauen. Nacktheit und Sex nach einer Geburt wird als beschämend eingestuft. Das Bedürfnis nach Berührung und Zuneigung, das vormals durch den Partner erfüllt wurde, wird durch den engen Körperkontakt zu Neugeborenen gedeckt.

Für Männer ist eine Geburt ein ebenso einschneidendes Erlebnis. Partner können sich durch das innige Verhältnis von Mutter und Kind ausgegrenzt fühlen und sind oft enttäuscht, wenn nach der Schwangerschaft Sex für seine Partnerin nicht im Vordergrund steht. Einige Männer entwickeln Ängste, ihrer Partnerin beim Sex nach einer Geburt Schmerzen zuzufügen und errichten so psychische Blockaden. Bei den meisten Paaren lösen sich diese Konflikte nach Beendigung der Stillzeit.

Ab wann ist Sex nach einer Schwangerschaft erlaubt?

Grundsätzlich ist nichts gegen den Sex nach einer Schwangerschaft einzuwenden. Allerdings sollte das Paar bei Sex kurz nach der Entbindung aufgrund der erhöhten Infektionsgefahr ein Kondom benutzen.

Mediziner empfehlen jedoch, mit dem Sex vier bis sechs Wochen nach einer Geburt zu warten. In dieser Zeit bildet sich die Gebärmutter vollständig zurück, der Wochenfluss versiegt und die Geburtswunden, wie beispielsweise der Dammschnitt, sind ausgeheilt.

Verändert sich die Vagina nach einer Geburt?

Bei einer natürlichen Geburt wird die Vagina stark belastet und benötigt ein bis zwei Wochen, um sich zurückzubilden.

Die Angst vieler werdender Mütter, die Vagina könnte nach der Geburt „ausgeleiert“ sein, ist jedoch unbegründet, da sie sich aufgrund ihrer Elastizität sofort nach der Geburt wieder zusammenzieht. Rückbildungsgymnastik hilft, den gesamten Beckenboden wieder in den Ursprungszustand zu versetzen und verringert das Risiko von Inkontinenz. Der Partner wird beim Sex nach einer Schwangerschaft keinerlei Unterschied im Vergleich zu vorher bemerken.

Während der gesamten Stillzeit sinkt der Östrogenspiegel in Blut. Dies wirkt sich auf die Bildung des Scheidensekrets in der Schleimhaut negativ aus. Ratsam ist der Gebrauch eines Gleitgels in der ersten Zeit beim Sex nach einer Geburt.

Hat man nach einer Geburt Schmerzen beim Sex?

In einigen Fällen führt eine Geburt dazu, dass die Vagina psychologisch mit Schmerzen in Verbindung gebracht wird. Frauen sollten sich die Zeit nehmen, die sie benötigen, um wieder entspannt und angstfrei mit ihrem Partner Sex genießen zu können.

Kann man in der Stillzeit schwanger werden?

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Stillen ein natürliches Mittel der Empfängnisverhütung ist. Beim Stillen wird das Hormon Prolaktin ausgeschüttet, das den Eisprung und die Menstruation beeinträchtigt. Nicht immer reicht die ausgeschüttete Menge an Prolaktin aus, um den Eisprung gänzlich zu unterdrücken. Beim Sex nach einer Schwangerschaft sollten Sie daher auf keinen Fall auf eine geeignete Empfängnisverhütung verzichten.