Syphilis (Lues venerea) – Symptome

Die Syphilis verläuft in der Regel in vier Stadien, die nacheinander durchlaufen werden, sofern die Infektion nicht behandelt wird. Dabei wechseln sich Erkrankungs-Phasen mit starken Beschwerden und sogenannte Latenzphasen, in denen der Infizierte mitunter jahrelang symptomfrei ist, ab. Am ansteckendsten sind Syphilis-Infizierte im akuten ersten Stadium (primäre Syphilis), während die Ansteckungsgefahr im zweiten Stadium (sekundäre Syphilis) abnimmt und im dritten und vierten Stadium (tertiäre und quartäre Syphilis) gar nicht mehr gegeben ist.

Im ersten Stadium der Syphilis – auch Lues I genannt – treten meist 10 bis 30 Tage nach der Infektion mit dem Bakterium Treponema pallidum die ersten Symptome auf. So bilden sich an der Eintrittstelle der Bakterien – also beim Mann an Penis oder After und bei der Frau an der Scheide, den Schamlippen und am After – zunächst kleine, schmerzlose Geschwüre mit hartem Rand (sogenannte harte Schanker), die mit einer massiven, aber schmerzlosen Schwellung der benachbarten Lymphknoten einhergehen. Diese Geschwüre sondern eine farblose Flüssigkeit ab, die große Mengen des Syphilis-Erregers enthält und deshalb äußerst ansteckend ist. Meist heilen diese Geschwüre im Genitalbereich nach mehreren Wochen von selbst ab, hinterlassen jedoch fast immer eine Narbe.

Im zweiten Stadium der Syphilis – auch Lues II genannt – breitet sich der Syphilis-Erreger über die Blut- und Lymphwege im gesamten Körper aus. Etwa acht Wochen nach Verschwinden der Geschwüre im Genitalbereich äußert sich die Infektion dann meist in Form von Hautausschlägen, Schleimhautentzündungen, Haarausfall und Lymphknotenschwellungen am ganzen Körper. Auch allgemeine Krankheitssymptome wie Kopf- oder Halsschmerzen, Fieber, Gelenk- und Muskelschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Abgeschlagenheit und Appetitverlust können in diesem Stadium der Syphilis auftreten. An dieses zweite Stadium der Syphilis kann sich eine Latenzphase anschließen, in der der Infizierte mitunter jahrelang keine Symptome aufweist.

Das dritte Stadium der Syphilis – auch Lues III oder Spätsyphilis genannt – beginnt meist erst drei bis fünf Jahre nach der eigentlichen Infektion, wenn sich die Syphilis-Erreger im gesamten Körper ausgebreitet und neben Genitalbereich, Lymphknoten und Haut zusätzlich zahlreiche Gewebe und Organe befallen haben, etwa die Blut- und Luftwege, die Knochen und Muskeln, den Rachen, die Speiseröhre, den Magen und die Leber. In der Unterhaut, in den Knochen und in den Organen bilden sich dann gummiartig verhärtete Knoten (sogenannte Gummen) und in der Hauptschlagader (Aorta) können sich Aneurysma bilden, dessen Platzen zum Tod des mit Syphilis Infizierten führen kann.

Im vierten Stadium der Syphilis – auch Lues IV oder Neurosyphilis genannt – kommt es schließlich aufgrund des Bakterien-Befalls von Gehirn, Knochenmark und Nervensystem zu schweren neurologischen Störungen. Dazu gehören unter anderem Lähmungen, Gangunsicherheiten, Gefühlsstörungen, Reflexverlust, Hör- und Sehstörungen, Demenz , Persönlichkeitsveränderungen und Halluzinationen. Sofern die Syphilis in einem der vorangegangenen Stadien nicht ausreichend bzw. gar nicht behandelt wurde, beginnt dieses letzte Stadium der Syphilis meist nach einer weiteren beschwerdefreien Latenzphase von zehn bis zwanzig Jahren. In etwa 10 Prozent der Fälle führen diese Spätfolgen einer unbehandelten Syphilis schließlich zum Tod des Betroffenen.